Viele denken am Anfang: „Staat zahlt was, PKV zahlt was – passt schon.“ Leider ist es genau das nicht. Wie hoch dein Beihilfesatz ist, hängt direkt davon ab, ob du alleine bist, verheiratet bist oder Kinder hast. Ein kinderloser Kollege hat in manchen Bundesländern 50 Prozent, in anderen 70. Sobald ein Kind da ist, verschieben sich diese Sätze – meistens zugunsten des Kindes, aber nicht unbedingt zugunsten der Eltern. Der Fehler, den viele machen: Sie glauben, das bleibt für immer so.
Tut es nicht. Heirat, Scheidung, Umzug in ein anderes Bundesland, ein weiteres Kind – das alles ändert die Beihilfe sofort. Und die wenigsten ahnen, wie heftig solche Änderungen werden können, weil kein Mensch ihnen das vorher erklärt.
Wenn du jung, gesund und kinderlos bist, wirkt die PKV easy. Beiträge niedrig, Beihilfe hoch, alles entspannt. Genau deshalb machen viele Kollegen hier den typischen Anfängerfehler: Sie schließen ihren Tarif extrem schlank ab. So in etwa: „Ich bin gesund, wird schon passen.“
Das Problem: Der Tarif, der für einen 27-jährigen Single reicht, bricht komplett zusammen, sobald Familie ins Spiel kommt. Leistungen wie stationäre Versorgung, Zahnersatz, Psychotherapie, Heilmittel oder Wahlleistungen wirken kinderlos wie „kann man später mal machen“ – bis man sie braucht. Und dann wird’s teuer. Richtig teuer. Viele zahlen später mehr, nur weil sie am Anfang „billig starten“ wollten.
Das erste Kind und plötzlich wird dir klar: Beihilfe und PKV sind kein Nebenthema, sondern ein echter Faktor im Familienbudget. Kinder haben meistens einen höheren Beihilfesatz als du selbst. Das klingt gut, ist es auch – für das Kind. Für dich heißt das: Dein eigener Anteil steigt.
Und Kinder haben nun mal ihren eigenen Bedarf: Arztbesuche, Medikamente, Logopädie, Ergotherapie, Psychotherapie, stationäre Aufenthalte… das kommt im echten Leben viel öfter vor als man denkt. Wer vorher einen Billigtarif hatte, steht dann da und fragt sich: „Warum sagt einem das keiner?“ Steht überall. Erklärt nur keiner.
Was heißt das konkret im Geldbeutel? Der echte Vergleich
Zwei Polizeibeamte, gleiche Besoldung, gleiche Dienststelle. Der eine hat keine Kinder und zahlt vielleicht 180 Euro. Der andere hat ein oder zwei Kinder – und zahlt plötzlich 350 bis 450 Euro oder mehr. Das ist Realität, kein Extrembeispiel. Als Single kommst du oft sehr günstig weg.
In der Familie hast du:
- deinen eigenen PKV-Vertrag
- einen fürs Kind
- eventuell einen für den Partner, wenn der nicht gesetzlich versichert bleiben kann
Und genau da wird’s teuer, wenn die Tarife vorher zu schlank gebaut wurden.